Ben ist 15 Jahre alt und besucht die 9. Klasse des Gymnasiums Hochrad. In den letzen drei Wochen hat er sein Betriebspraktikum bei uns gemacht und durfte neben dem ganzen Kaffee kochen und Müll rausbringen auch einen, wie er selbst sagt, „sassy“ Text darüber schreiben, welche Social Media Apps Jugendliche so auf dem Smartphone haben.

Dann überlassen wir Ben mal die Bühne:

 

WAS IST HEUTZUTAGE ÜBERHAUPT NOCH „IN“?

Letztens schaute ich in verwunderte Gesichter als ich sagte: „Facebook? Habe ich schon lange deinstalliert!“ Während nämlich Facebook als DAS Social Media-Netzwerk angesehen wird, entsteht schon eine ganz neue Generation an Social Media-Netzwerken.

Doch wie bleiben die Kids von heute miteinander in Verbindung?

Wenn ihr im Alter von 30-50 seid und euch damals bei der Erstellung eines Facebook Accounts nochmal ganz mutig und neumodisch gefühlt haben, werde ich euch jetzt aufklären, was für Social Media-Apps sich wirklich auf den Smartphones der Jugendlichen befinden und wofür diese Apps gut sind.

INSTAGRAM

Dieses Soziale Netzwerk kennt ihr wahrscheinlich noch. Das Prinzip ist ganz simpel: Man nimmt ein Foto auf, lädt dieses hoch, verfasst einen kleinen Text (oder auch nur ein paar Wörter und Emojis) und ordnet es vielleicht noch ein paar Hashtags (Kategorien) zu. Dann schaut man zu, wie das Bild an likes gewinnt. Vor ein paar Jahren war das Netzwerk noch ein Insider und voll von Hipstern. Heute ist es auf jedem Smartphone eines Jugendlichen zu finden – und für den ein oder anderen schon viel zu mainstream. Jedes Jahr gibt es neue Trends: früher war es „in“ Fotos von Essen zu machen, dazu kamen dann Selfies, Duckfaces und vieles mehr.

Vor kurzer Zeit hat Instagram auch ein Story Feature veröffentlich, das sehr an Snapchat erinnert. Zu diesem Thema könnt ihr mehr in diesem Artikel lesen: Instagram Stories VS Snapchat.

WHATSAPP

Dieses Netzwerk kennt ihr höchstwahrscheinlich auch. Ein einfaches System: WhatsApp ersetzt die SMS-Funktion eines jeden Smartphones mit dem Unterschied, dass es keine Begrenzung an Nachrichten gibt. Eigentlich unterscheidet sich Jung und Alt hier nicht voneinander, da beide Gruppen es schlicht als Messenger benutzen. Jedoch gibt es auf den Smartphones der Jugendlichen meistens weitaus mehr Chat-Gruppen. Jede Klasse hat einen Klassenchat. Bei manchen ist dieser sogar schon zum Thema im Klassenrat geworden. Dazu kommt dann nur noch die Familiengruppe und für jede kleinste Gruppenkonstellation eine Gruppe von 3 bis auch zu 80 oder mehr Personen. Ich würde schätzen, dass sich auf dem Smartphone eines Jugendlichenim Zeitraum von 2 Jahren rund 50 Gruppen auf dem Smartphone befinden.

YOUTUBE

Ob Tutorials, Musikvideos oder Vlogs – auf Youtube gibt es unglaublich viele Arten von Videos. Dabei reicht das Nutzungsverhalten von der Suche nach bestimmten Themen bis zum Klick auf das neuste Videos des abonnierten Lieblings-„YouTubers“. Das Tolle an YouTube ist, dass man immer selbst bestimmen kann, wen oder was man gucken will.

Viele Jugendliche gucken gar kein normales TV mehr. Dies bemerkten auch die „Youtuber“ (Macher der Videos) und vor allem auch die TV Sender. Was früher noch ein kleines charmantes Netzwerkmit dem Spruch „Broadcast yourself“ war, hat heute eine ganz andere Dimension angenommen. „Das tun was man will“ oder „Broadcast yourself“ heisst es schon lange nicht mehr. Jetzt zählt es wie im TV nur noch, in die Trends zu kommen und am meisten Klicks/Zuschauerzahlen zu bekommen.

Hier ein sehr guter Star Wars Fanfilm, den ich jedem Star Wars-Fan empfehlen kann:

SNAPCHAT

Jetzt kommen wir langsam zu den Netzwerken, von denen ihr vielleicht noch nichts gehört habt. Auf Snapchat kann man Schnappschüsse aus seinem Leben mit seinen Freunden teilen. Das besondere dabei ist jedoch, dass die Freunde das Bild nur für eine Begrenzte Zeit sehen können. Es gibt die Story-Funktion, bei der man das Bild für 24 Stunden für seine Freunde zugänglich macht. Ausserdem kann man auch jedem Freund einzeln ein Bild schicken, welches dann für 2-10 Sekunden sichtbar ist. Zwar können Screenshots gemacht werden, doch der Ersteller wird informiert, wenn eines seiner peinlichen Uploads gespeichert wird. So entstand schon der ein oder andere Streit.

Bei Snapchat existiert auch eine ganz besondere Art von Filtern. Es sind Filter, die die Oberflächenstruktur des Gesichtserkennen und eine art Maske aufsetzen. Auch hier existieren bereits Trends wie der Hundefilter, die Blumenkrone oder ein lustiger FaceSwap mit einem Freund.

 

 

MUSICAL.LY

musical.ly ist eine noch recht junge Plattform, die auch in Deutschland am Anfang des Jahres 2016 durch die Decke schoss. Bei diesem Sozialen Netzwerk wird ein ausgewählter Song im Hintergrund abgespielt, während die Nutzer alles mögliche vor der Kamera machen. Auch hier haben sich Trends herauskristallisiert. Am beliebtesten sind momentan die sogenannten „Lip-Syncs“, bei denen der „Künstler“, auch „Muser“ genannt, die Lippen zum Text bewegt. Dann fehlen nur noch Handbewegungen, Kamerafahrten und selbstverständlich ein besonders gutes Aussehen – jetzt seid ihr bereit, Millionen von Follower zu bekommen.

Hier ein musical.ly-Video von den Schwestern Lisa und Lena, die bereits so beliebt in Deutschland sind, dass sie damit Geld verdienen:

NEWCOMER: HOUSEPARTY

Ein soziales Netzwerk, von dem ich denke, dass es schon sehr bald auf fast jedem Smartphone der Jugendlichen sein wird und bereits sehr erfolgreich ist.

Houseparty besitzt die Funktion, einen Videochat für mehrere Leute verfügbar zu machen. Ist also wie eine Videokonferenz, nur dass die „Konferenzen“ der Jugendlichen wahrscheinlich nicht ganz so seriös aussehen, wie eine richtige Konferenz. Hier könnt ihr euch die App runter laden und eine eigene Videokonferenz starten: LOSKONFERENZEN.

ZUSAMMENFASSUNG

Ich denke immer weniger Jugendliche benutzen DAS Soziale Netzwerk aus mehreren Gründen: Der große Facebook Hype geschah zu der Zeit, als viele Jugendliche noch in einem Alter waren, in denen Soziale Netzwerke überhaupt keine Relevanz für sie hatten. Der Hype ist einfach an ihnen vorbeigegangen.

Natürlich nutzen auch viele Jugendliche kein Facebook, da sich auch ihre Eltern auf der Plattform befinden und man sich nicht bei jedem Post genau überlegen will, was die Mutter beim Abendbrot dazu sagen wird.

Was bei den neuen Sozialen Netzwerken stak auffällt ist, dass sie immer privater werden. Wer bei Facebook gelegentlich etwas kreatives, originelles, kritisches oder sonst etwas gepostet hat, gibt bei Snapchat private Eindrücke aus seinem Leben preis.

Werden in ein paar Jahren Social Media-Apps so aussehen, dass man nur noch dokumentiert, was man gerade macht?